Motion von Rudolf Balsiger, Moritz Schmid und Werner Villiger betreffend beschleunigte Realisierung eines wirkungsvollen und kostengünstigeren Stadttunnels und zugleich Einführung eines neuen Verkehrsregimes in der Innenstadt Zug

Am 29. November 2009 hat der Zuger Souverän dem Kreditbegehren des Regierungsrates und des Kantonsrates zur Realisierung der Tangente Zug/Baar mit grosser Mehrheit zugestimmt. Damit haben die Stimmberechtigten den Grundstein gelegt, das Gesamtverkehrskonzept im Raume Zug, Baar und Cham zu realisieren. Nach der Eröffnung der Nordzufahrt sowie der Zustimmung zur Tangente ist es sachlogisch, diese Konzeption mit der Realisierung des Stadttunnels zu komplettieren. Nicht zuletzt haben die Tangentengegner die Realisierung des Stadttunnels mit Vehemenz gefordert.

Der Baudirektor hat anlässlich des Festsetzungsverfahrens zum Stadttunnel im Kantonsrat versprochen den dafür notwendigen Projektierungskredit Ende 2010 vorzulegen.

In diesem Zusammenhang ird der Regierungsrat beauftragt, im Rahmen der Kreditvorlage einen wirkungsvollen aber erheblich kostengünstigeren, als den in Aussicht gestellten, Stadttunnel sowie ein neues Verkehrsregime in der Innenstadt Zug zu planen.

Begründung:

Im genannten Festsetzungsverfahren wurde seitens des Regierungsrates angeführt, dass:

  • der Stadttunnel den Stadtkern vom Casino bis zum Gubelloch umfahren soll;
  • Die Ägeristrasse (unterhalb Restaurant Rütli) an den Stadttunnel angeschlossen werden soll und vom Casino bis Ägeristrasse der Tunnel im Tagbau zu erstellen sei;
  • Infolge Anschluss Ägeristrasse an besagtem Ort eine Galerie entstehen soll sowie infolge knapper Platzverhältnisse mehrere Häuser entfernt werden müssen;
  • Vorgesehen sei, bei den ‚Terrassenhäuser’ die Gotthardstrasse zumindest in einer Fahrtrichtung (tunneleinwärts) anzuschliessen, was wiederum dazu führen könnte, dass im Raum Parkhotel den Tunnel im Tagbau zu realisieren wäre;
  • Das gesamte Bauwerk wie vorgeschlagen Investitionskosten von ca. 400 Mio Franken (ev. gar mehr!) auslösen würde.

Die Motionäre unterstützen die Realisierung des Stadttunnels und drängen auf eine beschleunigte Planung. Sie sind mit der vorgesehenen Ein/Ausfahrt beim Casino einverstanden. Die Anschlüsse Ägeri – und Gotthardstrasse sowie das Tunnelportal Gubelloch aber erscheinen fraglich. Die Motionäre können eine solche Version nicht mittragen, weil diese nicht notwendig ist und den Ausführungsprozess verlängern sowie wesentlich verteuern werden. Das Nordportal soll beim neuen Hotel ‚City Garden’ (Gubelstrasse/Bleichimattweg) zu stehen kommen.

Vorteil:

Der gesamte Tunnel kann im Untertagbau erstellt werden womit die Emissionen beim Bau und vor allem im Betrieb minimiert und die Kosten wesentlich reduziert werden können.

Konsequenz:

Der Verzicht auf den Anschluss Ägeristrasse erfordert flankierende Massnahmen beim Kolinplatz bspw. Rechtsabbiegeverbot Richtung Norden in die Neugasse, was den Verkehrsstrom zwingend in den Stadttunnel führt und so die Innenstadt entlastet.

Die angestrebte Verkehrsverminderung mit dieser neuen Tunnelführung muss eine verkehrsarme Vorstadt (Seestrasse) als Resultat herbeiführen, mit einem neuen Verkehrsregime auf dieser Kantonsstrasse.

Der Regierungsrat ist aufgefordert diese Anliegen zu prüfen und dem Kantonsrat im Hinblick auf das Projektierungskreditverfahren per Ende 2010 in den Grundzügen und wie dargelegt eine Entsprechende Machbarkeitsstudie samt flankierenden Massnahmen und eine allfällige Anpassung des kantonalen Richtplanes vorzulegen.

Zug, 14. Dezember 2009

Rudolf Balsiger
Moritz Schmid
Werner Villiger

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